Schicksal oder selbst schuld?

Ich würde behaupten, dass Jeder irgendwann in seinem Leben einmal einen Schicksalsschlag erfährt. Und mit dem Wort Schicksalsschlag meine ich nicht den Tod des img_0458zweijährigen Hamsters, sondern einen tatsächlichen Schicksalsschlag wie Unfälle oder Krankheiten. Das kann einen auch betreffen, wenn dies Freunden oder der Familie passiert. Man sagt dann häufig so etwas wie, dass jedem so viel Last aufgetragen wird, wie er tragen kann. Doch wer kann entscheiden wie viel ein Mensch ertragen kann? Sicher nicht eine höhere Macht. Wenn es Schicksal ist kann man selbst nichts an der eigenen Situation ändern und man hat auch selbst keine Schuld an der Situation. Man muss die Situation einfach ertragen.

Oft sagt man auch, dass Menschen schlimme Dinge widerfahren, weil sie es einfach verdienen. Von wegen Karma zahlt dir alles zurück. Aber wie können dann unschuldige Kinder an Krebs erkranken oder aufgrund ihrer Herkunft an Hunger leiden? Wie kann es sein, dass in der Vergangenheit Tausende Menschen aufgrund ihrer Religion ermordet wurden? Inwiefern soll das fair sein? Ist es also doch nicht eigene Schuld?

Mit einer Überlebenden eines schweren Unfalls habe ich einmal darüber geredet, wie sie das Geschehene verarbeitet und wie sie damit klarkommt, dass sich durch diesen einen Tag ihr ganzes Leben verändert und erschwert wird. Die wichtigste Information, die ich aus der Unterhaltung ziehen konnte war, dass sie sich nicht die Frage stellte, warum es denn genau sie getroffen hat. Sie erzählte, dass sie sich in den ersten Tagen, nachdem sie aus dem Koma erwacht ist genau diese Frage gestellt hat und sie dies nur weiterhin fertig gemacht hat. Und trotz der Tatsache, dass sie schwer verletzt war und keine psychologische Hilfe in Anspruch genommen hat, hat sie es geschafft voll in ihr altes Leben zurückzukehren. Ein unglaublich starker und intelligenter Mensch.

Ich selbst kann nicht verstehen, wie man diese Frage einfach abstellen kann. Jedoch scheint es der einzige Weg zu sein, tatsächlich in ein normales Leben zurückzufinden und sich auf die Zukunft zu fokussieren. Man muss einfach daran arbeiten selbst Fortschritte zu machen und darf wohl nicht zurückdenken.

 

 

Von falschem Lächeln und Dauer-Freundlichkeit.

Die vergangenen Wochen habe ich im schönen Münster für ein Praktikum im Marketing-Bereich eines Unternehmens verbracht. Das war nicht nur aufgrund der tollen Stadt, sondern auch wegen den tollen Menschen, die ich kennenlernen durfte eine wahnsinnig schöne Erfahrung. Und ich kann nur allen Studenten, die sich ihre zukünftige Arbeit noch nicht richtig vorstellen können, empfehlen ein Praktikum zu machen. Tatsächlich bin ich jetzt sogar ganz froh darüber, welchen Studiengang ich gewählt habe, und das ich das Studium bis jetzt durchgezogen habe. Das war nicht immer so.

Jedenfalls gehörte zu meinem Praktikum auch eine einwöchige Begleitung einer Messe. Das bedeutete neben einem 12-stündigen Arbeitstag, betrunkenen Messebesuchern, perfektem Auftreten und vielen neuen Menschen vor allem: Freundlich sein – zu Jedem – immer! Wer mich persönlich kennt, der weiß, dass ich mich immer so verhalte, wie ich mich eben gerade fühle. Wenn das bestimmten Personen nicht gefällt, ist mir das meistens egal.

img_0263Bei einer Messe, bei der hunderte Unternehmen versuchen, sich von ihrer besten Seite zu präsentieren, ist das nicht möglich. Jeder will positiv, mit Freundlichkeit und besonderen Kompetenzen herausstechen, Kunden anwerben und eventuell Geschäftspartner finden. Das bedeutete für mich also vor allem zusammenreißen. Von Menschen, die mich anmaulten, weil der Kaffee nicht perfekt oder das Bier nicht kühl genug war bis hin zu Personen, die einen offensiv anbaggern war da alles dabei. Auch Wettbewerber, die einen dann mal eben beleidigt haben, konnte man dort antreffen.

Was auch witzig anzusehen war, war dass Unternehmen, die eigentlich keinen Wert auf Kundenzufriedenheit legen, sich bei der Messe darstellen konnten, als würden sie einen Rundum-Service anbieten. Mit einem breiten Lachen und Selbstbewusstsein lässt sich scheinbar alles verkaufen. Auch diese Unternehmen wollten sich eben gut darstellen und haben das, zum Leidwesen zukünftiger Kunden, auch geschafft. Irgendwie fand ich es seltsam dieses Schauspiel als Insider zu beobachten und fand, dass es ein ganz gutes Beispiel für das Verhalten vieler Menschen ist. Wie viele Menschen kennt jeder, die nett zu einem sind, solange sie daraus in irgendeiner Form einen Vorteil ziehen? Das muss ja nur das Abschreiben von Hausaufgaben, das Kennenlernen von wichtigen Menschen oder das Ausleihen irgendwelcher Gegenstände sein. Wenn man das so sieht kann man sogar froh sein, wenn man nicht besonders reich oder hübsch ist. Jeder Andere muss dann wohl einfach aufpassen und eine gute Menschenkenntnis beweisen, um die Menschen mit den bösen Absichten herauszufiltern. Ich wünsche euch schönen Menschen viel Glück dabei!

Muss man jetzt sportlich sein?

Sophia Thiel erzählt uns in ihren Videos und Sportprogrammen jeden Tag, dass Jeder einen tollen und durchtrainierten Traumkörper haben kann. Schön! Und danke für die Info. Es gibt Tausende Sport-Blogger, Instagramer und Youtuber, die uns den oder ihren besten Weg für das Traumgewicht zeigen wollen. Auf gefühlt jedem Frauen-Magazin gibt es mindestens eine Schlagzeile darüber, wie man 10 Kilo in 2 Tagen abnehmen kann und welche neue Suppen-Diät die Beste ist. Kein Wunder, dass man damit und durch viele falsche Beispiele in der Modewelt schnell in eine Ecke gedrängt wird und viele junge Mädchen in Magersucht abrutschen.

img_4161Sportlich, gesund und muskulös zu sein ist eine Sache. Selbstverständlich ist es toll, wenn man sich im eigenen Körper wohlfühlt, zufrieden ist und sich keine Gedanken darüber machen muss. Sport löst bei uns gute Gefühle aus, ist eine Möglichkeit neue Menschen kennenzulernen und ein guter Weg, um Selbstkontrolle zu üben. Wer freiwillig Sport macht, weil es ein guter Ausgleich zum stressigen Alltag ist, hat wohl die richtige Sportart gefunden. Mittlerweile ist es aber so, dass Sport wie eine Art Luxusgut angepriesen wird. Es ist cool im Fitnessstudio angemeldet zu sein, ob man hingeht ist egal Hauptsache man hat nach dem Probetag ein Selfie gepostet. Ein Normalo kann sich das Fitnessstudio vielleicht nicht einmal leisten oder die Zeit aufbringen, es zu besuchen.

Muss man jetzt denn unbedingt sportlich sein? Natürlich nicht. Mit Charakter, Können und Selbstbewusstsein zu überzeugen ist zwar schwieriger und erfordert mehr Mühe, aber es zieht auch die richtigen Menschen an. Menschen, die die Person und nicht eine Leere Hülle mögen. Außerdem sind Schönheit und gutes Aussehen sowieso vergänglich. Am Besten ist wohl einfach eine gesunde Mischung aus allen Komponenten. Und auch Sport für die Gesundheit in Maßen und soviel, wie es eben Spaß macht.

Wenn man sich selbst zur Marke macht.

Mit Nike-Turnschuhen, einer Tom Tailor Jeans und einer Tasche von Eastpak ist mittlerweile gefühlt jeder zweite ausgerüstet. Schon die Kleinsten von uns wissen genau was sie wollen: ein Ü-Ei von Kinder, ein Spielzeugauto von Hot Wheels und eine Puppe namens Baby Born. Wir alle werden durch Werbungen von Produkten beeinflusst, die entweder versprechen die besten in ihrem Gebiet, Allround-Produkte oder besonders günstig zu sein.

In Deutschland haben wir mit der Werbung noch halbwegs Glück, weil sie zwar manchmal schockierend, übertrieben oder einfach unnötig sein kann, selten aber zu weit geht. Das img_4059absolute Werbungs-Hoch besitzen wohl die Amerikaner bei ihrem SuperBowl. Bei uns gibt es glücklicherweise zahlreiche Regelungen, die die Möglichkeiten der Werbemaßnahmen einigermaßen beschränken, wie zum Beispiel den Jugendmedienschutz. Werbung soll nicht psychisch belastend oder in irgendeiner Form gefährlich sein. In gewisser Weise tut sie dies aber trotzdem. Häufig muss man sich Gedanken darüber machen, was man trägt. Kik Kleidung zu tragen und dies zuzugeben kann einem schon herablassende Blicke einbringen und überteuerte Markenkleidung von Hollister oder Abercrombie & Fitch ein wenig Neid. Das ist selbstverständlich absolut bescheuert, wenn die Kleidung einem gleich gut gefallen würde. Trotzdem wird es als besonders stark angesehen, wenn man die Kleidung mit dem Markenlogo trägt. Gerade in der Jugend, wenn man seinen eigenen Platz noch sucht und nicht wirklich weiß, wer man ist oder wer man sein will ist das eine zusätzliche Belastung.

Natürlich sind Marken nicht nur schlecht. Wenn man ein Kleidungsstück oder Technikgerät kaufen möchte und einfach nur auf der Suche nach guter Qualität ist, kann man sich auf bestimmte Marken einfach verlassen. Die Miele Waschmaschine, die jahrelang gehalten hat, kauft man sich gerne wieder. Marken, die weniger bekannt sind dafür aber günstiger, vertraut man dann nicht so schnell und sich durch verschiedene Produkte zu testen kann auch teuer werden.

Ich habe mir es jetzt zur Aufgabe gemacht, den großteil meiner Markenkleidung zu verkaufen und einige No-Name Produkte auszutesten, einfach um nicht mehr so abhängig von bestimmten Trends zu sein. Allerdings ist es wirklich schwer sich von einigen Dingen zu trennen, auch wenn man sie nur wegen dem Logo gekauft hat. Ich bin aber gespannt, von welchen weniger bekannten Marken ich positiv überrascht werde und freue mich auf mein kleines Experiment.

 

Nur ein dummes kleines Mädchen

Ich habe erst kürzlich darüber geschrieben, dass unglaublich viele Menschen durch ihr Aussehen entweder bevorzugt oder benachteiligt werden. Ob beim Vorstellungsgespräch, 20160930_133415beim Daten oder bei der Auswahl des eigenes Freundeskreises – das erste Auswahlkriterium ist immer das Aussehen. In gewisser Weise macht das auch Sinn – wir wählen den Partner, der gesundes Haar, einen muskulösen Körpertypen und weiße Zähne hat, weil das für uns Gesundheit symbolisiert und damit quasi eine Sicherheit, dass man die Person nicht so schnell verliert. Und wir wählen einen Arbeitnehmer, der besonders gepflegt aussieht, da er in bestimmten Situationen das Unternehmen repräsentiert und unseren Erfolg beeinflusst.

Aber mittlerweile geht die Aufmerksamkeit, die auf das Aussehen gerichtet wird doch zu weit. Gefühlt jedes 13-jährige Mädchen möchte jetzt Youtube-Beauty-Guru werden, Bibisbeautypalace hat ein Quotenhoch und in Korea ist es üblich zum 18. Geburtstag eine neue Nase zu bekommen. Tolle Aussichten also.

Schon einmal aufgrund deines Aussehens verurteilt worden? Ich denke wenn ich die 20160930_150019Antwort „Ja“ annehme werde ich damit in den meisten Fällen richtig liegen. Jeder beurteilt Menschen nach dem ersten Eindruck – irgendwann einmal. Und eigentlich ist das auch gar nicht schlimm. Manchmal sagt das Aussehen viel über das Verhalten von Menschen aus, über die politische Orientierung, die Religionszugehörigkeit.Aber muss sich das Aussehen immer gleich mit dem Charakter decken?

Polen stehlen? Dicke sind grundsätzlich faul? Und Blondinen sind dumm? Ja es gibt zahlreiche Vorurteile, die durch das Aussehen angenommen werden und mit letzterem habe ich persönlich schon häufig zu kämpfen gehabt. Eine Frau die blond ist, sich schminkt und die Nägel lackiert „kann ja nun einmal Nichts im Kopf haben!“ Das geht irgendwann soweit, dass man zweifelhaft versucht das Äußere zu ändern, damit man hoffentlich nicht mehr täglich mit den Vorurteilen konfrontiert wird. Selbstverständlich ist das in dieser Situation keine Reaktion, die tatsächlich weiterhilft. Und auch wenn es nicht einfach ist sich jeden Tag mit mühsamem Einsatz neu zu beweisen ist es wohl das Einzige was dauerhaft dazu beiträgt, dass man als besserer Mensch wahrgenommen wird. Jeden Tag aufs Neue zeigen was man kann, gelernt hat oder wer man ist.

 

Die Sache mit dem Schweinehund…

Und? Habt ihr alle damit angefangen eure Neujahrsvorsätze zu erfüllen? Oder haben einige vielleicht schon innerhalb der ersten 2 Wochen des Jahres ihre Vorsätze gebrochen? Es ist img-20160917-wa0002ja auch eine schwierige Angelegenheit mit den Neujahrsvorsätzen: setzt man zu hoch an, fällt man schnell mal auf die Nase, setzt man zu niedrig an, dann erledigt man die gesamte Liste in ein paar Tagen. Ich glaube ich persönlich habe in meinem gesamten Leben erst einmal alle meine Vorsätze erfüllt. Es ist eben nicht einfach erfüllbare Ziele zu setzen.

Allerdings ist ja auch nicht immer die Zielsetzung das Problem. Natürlich kann der Erfüllung auch der eigene Schweinehund im Weg stehen. Es kann so schwer sein aus dem eigenen Alltag und der Routine herauszukommen, wenn man nicht direkt damit anfängt. Und so schiebt man die Aufgaben immer weiter vor sich her. Und je weiter man schiebt umso schwieriger wird es, überhaupt anzufangen.

Ein Problem kann aber auch sein, dass manche Aufgaben demotivieren, wenn man nicht sofort Erfolge sieht. Ich sage nur „Sport“. Es ist schwierig dabei zu bleiben wenn man keine zusätzliche Motivation durch Fortschritte bekommt, weil man schnell glaubt, dass alles umsonst sei.
Meine Tipps für diejenigen, die ihre Ziele noch anfangen wollen wären daher:

  1. Sofort anfangen

Ausreden sind ein absolutes Hindernis für die Erfüllung der eigenen Ziele. Wenn man den 01.01.2017 verpasst hat, um mit der Arbeit zu beginnen ist das kein Grund, nicht noch am 13. anzufangen. Es ist ja nicht zu spät. Und einen weiteren Tag zu warten macht es nur schwerer.

20161215_120112       2. Zwischenziele und Meilensteine

Anstatt viel zu kleine oder zu große Ziele anzusetzen, wie wäre es mit Zwischenzielen und Meilensteinen (wie im Projektmanagement)? Man setzt sich kleine aber motivierende Zwischenziele, die auf das gesamte hinführen. Ob der Meilenstein geschafft wird oder nicht ist eigentlich fast egal, da man zumindest einige Zwischenziele erreichen wird.

3. Belohnung

Die Arbeit wird am Ehesten erledigt, wenn man sie mit etwas Positivem verbindet. Daher ist es wichtig sich nach jedem wichtigen Schritt und Erfolg für die eigene Arbeit zu belohnen. Auch um sich einfach besser zu fühlen.

 

An alle meine Lästerschwestern…

20161119_123240Jeder von uns hat schon einmal schlecht über Andere geredet, Gerüchte verbreitet oder einfach vorschnell über Menschen geurteilt. Der Mund ist eben ab und an schneller als das Gehirn. Jeder tut das – irgendwann einmal – ob gewollt oder nicht. Irgendwie ist es wie eine angeborene Angewohnheit zu sagen:
„Schau mal der Bart ist doch grässlich!“ oder „Wie kann man sich nur so anziehen, die Farben beißen sich doch.“
Jeder urteilt und das ist in gewisser Weise gut. Mit konstruktiver Kritik können sich Menschen verbessern. Man kann an Kritik wachsen, aber nur wenn es denn auch ernst gemeinte hilfreiche Kritik ist. Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen Kritik und einer einfachen Meinung. Eine Meinung, die Anderen aus einer reinen Laune heraus mitgeteilt wird. Das muss nicht verletzend gemeint sein.

Aber wie kommt das bei demjenigen an, der solche Aussagen mitbekommt. Möglicherweise durch einen dummen Zufall weil jemand zu laut geredet hat oder weil es 20161030_120618weiter erzählt wurde. Wenn man von seinen eigenen Schwächen hört oder von Makeln. Wenn jemand hervorhebt was man nicht kann oder nicht ist, obwohl man es möglicherweise nicht einmal ändern kann. Ist das nicht eines der furchtbarsten Rückschläge für das Selbstbewusstsein, die man bekommen kann? Denkt man dann nicht jeden Tag daran wenn man sich im Spiegel sieht? Auch wenn es nicht wahr ist, bleibt es doch hängen und kein noch so guter Kommentar kann einem diese Gedanken mehr nehmen.
Weil diese Worte treffen können sollte man immer vorsichtig sein wann man wem solche Kommentare preisgibt und sich die andere Seite dabei vorstellen. Viel zu oft vergisst man welchen Einfluss die eigenen Taten haben können und wie wichtig es ist, darauf zu achten was man von sich gibt.

Reisepläne und Geldprobleme.

Noch vor meinem Auslandssemester habe ich versucht meine Gedanken, Sorgen und Zweifel irgendwie in Worte zu fassen. Für mich war das Reisen für einen längeren 20161023_140305Zeitraum als die 3 Wochen Urlaub etwas ganz Neues. Dementsprechend war ich natürlich wirklich aufgeregt und hätte das Ganze am liebsten an das Ende meines Studiums verschoben. Obwohl der Text etwas wirr und durcheinander war möchte ich ihn an dieser Stelle einfügen, weil ich den Vergleich von meinen Gedanken vor zu den Gedanken nach dem Auslandssemester wirklich interessant finde.

3 Monate soll mein Auslandssemester in Dublin dauern. Für viele Studenten ist das so gut wie nichts. Schließlich sind die meisten schon ein ganzes Jahr weg gewesen und das war überhaupt kein Problem. Für mich jedoch ist es eine ziemliche Hürde. 3 Monate in einem Hostel, in einem fremden Land, einer großen Stadt mit fremder Sprache an einer anspruchsvollen Schule. Dementsprechend waren die Wochen vor dem Beginn des Semesters unglaublich anstrengend und belastend. Jeden Tag die Gedanken: wird das Hostel sauber sein? Werde ich in der Stadt klarkommen? Werde ich den irischen Akzent verstehen? Wird die Schule machbar sein? Einige Wochen habe ich mich mit einem furchtbaren Bauchgefühl herum gequält und mich gefragt, ob das die richtige Entscheidung war.

Nach meinem Auslandssemester bin ich nun auf den Geschmack gekommen weitere Reisen zu planen. Genau genommen würde ich am liebsten gleich nächste Woche wieder losziehen… Aber als weniger Reiseerfahrene kommen da bei mir 1000 Fragen auf:

Wohin soll es gehen? Wann kann ich dorthin? Mit wem möchte ich reisen? Und vor allem von welchem Geld?

20161009_133023Also habe ich verschiedene Reiseblogs nach Informationen durchsucht. Als Ziel habe ich mir für das kommende verschiedene europäische Hauptstädte wie Athen, Brüssel, Rom und Amsterdam aber auch eine Asien-Rundreise herausgesucht. Auch auf die Frage mit wem ich reisen möchte habe ich mittlerweile eine Antwort: alleine oder mit den besten Freunden. Denn letzten Endes ist man auf Reisen immer freier und kann sich eher auf die eigenen Reisewünsche und -ziele konzentrieren anstatt darauf was Andere wollen. Eigentlich hat man als Studierender sowieso gerade noch genug Ferienzeiten, um noch einmal größere Reisen zu erleben. Über eineinhalb Monate Sommerferien kann man sich nicht beschweren.

Dann bleibt also nur noch die eine Frage, die nach dem Geld. Natürlich habe ich auch versucht diese zu klären, aber da mich meine Eltern nicht mal eben von ihrem Geld auf Weltreise schicken können muss man da deutlich kreativer werden. Da wird man schnell mal neidisch auf die Nachbarn im Studentenwohnheim, die von ihren Eltern die Business Class gegönnt bekommen und Ferienjobs nur vom Hören-Sagen kennen. Laut der zahlreichen Reiseblogs, die ich gewälzt habe, ist das ganz einfach: entweder bis zum Umfallen neben dem Studium arbeiten oder in irgendeiner Art und Weise das Glück haben und Bafög bekommen. Aber nach den zahlreichen Absagen kann man sich eher auf die erste Variante verlassen…

Rückblick.

20160925_135631In den vergangenen 3 Monaten habe ich ein Auslandssemester in Irland gemacht. Das war ein Pflichtteil meines Studiums. Und obwohl ich wusste, dass es zu meinem Studiengang gehört und ihn deshalb gewählt habe, hätte ich es gerne noch ein wenig weiter nach hinten verschoben.

Die letzten 13 Wochen in Irland waren irgendwie wie ein langer, aufregender Traum. Aber für mich ist es unbegreiflich wie das alles jetzt schon vorbei sein kann. Es kommt mir so vor als wäre ich erst gestern in das Flugzeug gestiegen und trotzdem habe ich in der Zeit mehr erlebt als in 2 Jahren in Deutschland.

Vor dem Auslandssemester hatte ich eine furchtbare Angst, dass ich das alles nicht schaffen würde, dass es mir nicht gefallen könnte oder dass ich irgendwie den Anschluss verlieren würde. Im Nachhinein waren das unbegründete Ängste, die mir meine Vorfreude auf alles Schöne vermiest haben. Ich kann ein Auslandssemester nur jedem empfehlen, der sich in seinem Alltag gelangweilt fühlt und etwas Neues entdecken will.

img-20160925-wa0008Ob ich auch Irland dafür empfehlen könnte…? Irland ist wunderschön und für eine mehrwöchige Rundreise bei Naturliebhabern ein tolles Reiseziel. Irland bzw. Dublin ist aber auch vor allem eines: unglaublich teuer! Da kommen mal eben 2500€ Studiengebühren und 1000€ Miete im Monat bei geteiltem Zimmer zusammen. Ob das ein Preis ist, den man bereit ist zu zahlen muss jeder selbst entscheiden. Obwohl Irland wirklich sehenswert ist und bestimmte Sehenswürdigkeiten atemberaubend sind, ist es doch ein Land, das sehr klein ist und wie bereits erwähnt innerhalb einiger Wochen erkundet werden kann.

Natürlich besteht dieses Land nicht nur aus Natur und Meer, sondern auch aus den unglaublich netten und hilfsbereiten Menschen. Menschen, die nach einem Blick auf die geöffnete Google Maps App herüber kommen und ihre gesamte Arbeitspause opfern, um einem den Weg zur Uni zu zeigen aber gleichzeitig Menschen, die von 16 bis 2 Uhr in Pubs gehen und wissen, was es bedeutet richtig feiern zu gehen. In meiner Zeit im Ausland habe ich viele unglaublich nette Menschen kennengelernt und bin mehr als dankbar dafür. Es war schön ein Land einmal besser kennenlernen zu können, als in einem 3-wöchigen Urlaub. Zu sehen, dass es ein Land gibt in dem mehr Kartoffeln konsumiert werden als in Deutschland war auch wirklich interessant – und auf Dauer nervig.

20160930_133039Ich habe aber nicht nur viel über andere Länder und Reisen gelernt, sondern auch besonders viel über mich selbst. Ich kann jetzt über mich sagen, dass ich doch viel mehr schaffen kann, als ich mir manchmal zutraue. Ich bin deutlich selbstbewusster geworden und habe gelernt, wann ich wem vertrauen kann. Ein schöner Nebeneffekt: nach einigen Wochen habe ich gemerkt wer von meinen Freunden zu Hause wirklich daran interessiert war wie es mir geht.

Insgesamt bereue ich nicht, ein Auslandssemester gemacht zu haben. Die Erfahrungen waren es auf jeden Fall wert. Trotzdem muss ich sagen, dass ich ein Auslandssemester eher in Spanien oder den USA wiederholen würde, weil es dort doch mehr zu sehen gäbe. Aber jetzt bin ich erst einmal froh wieder nach Hause zu kommen und dort vorerst eine ganze Weile zu bleiben.

20 Dinge, die ich in 20 Jahren gelernt habe.

In den vergangenen Wochen hat man auf YouTube immer mal wieder Videos gesehen, in denen Menschen die Dinge vorstellen, die sie in ihrem bisherigen Leben gelernt haben. Das meist verbunden mit Tipps und Tricks. Diese Videos finde ich meist sehr inspirierend, vor allem weil gerade vielen jüngeren Youtubern dabei tatsächlich Einiges einfällt. Auch ich wollte mir mal ein wenig Zeit nehmen um darüber nachzudenken, was ich zu diesem Thema zu sagen habe.

1. Richtig ist das, was ICH für richtig halte.

Nur weil mir Freunde sagen, dass bestimmte Kleidungsstücke nicht gut aussehen, muss das nicht wahr sein. So liegt doch die Schönheit im Auge des Betrachters. Nur weil jemand findet, dass es falsch ist homosexuell zu sein, muss das nicht der Wahrheit entsprechen. Nur weil man es jahrelang für richtig gehalten hat, dass Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben oder Religionen nicht gleich bedeutend sind, ist das nicht wirklich richtig.

2. Älter werden bedeutet nicht erwachsen werden.

Man wird nicht volljährig und hat plötzlich die Weisheit mit Löffeln gefressen. Erwachsen sein bedeutet erwachsen handeln. Man muss sich jeden Tag überwinden, um bestimmte Entscheidungen zu treffen, man muss sich trauen Fragen zu stellen, weil man für sich selbst verantwortlich ist. Und vor allem muss man das erkennen.

3. Nichts ist schlechter als Perfektionismus.

Einfach einmal zufrieden sein ist wichtig. Glücklich sein bedeutet nicht alles zu besitzen, sondern mit dem eigenen Besitz zufrieden sein. Die eigene Einstellung und Dankbarkeit kann glücklich machen.

4. Vergiss die Vergleiche!

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich mich sehr stark mit meinen Freunden verglichen habe. Warum hat Lisa so teure Kleider und ich nicht? Warum schreibt Anna so gute Noten ohne zu lernen? Warum darf Naomi ein Haustier haben und ich nicht? … So etwas ist nicht nur für alle sehr anstrengend sondern auch leider unglaublich belastend.

5. Schuldzuweisungen sind irrelevant.

Egal was andere Menschen sagen, das Vergangene ist nicht unbedingt geschehen, weil du wolltest , dass es passiert. Es war ein Fehler, eine Unaufmerksamkeit, aber war es auch die eigene Schuld? Vieles passiert einfach, weil es der falsche Zeitpunkt ist oder weil es schwer zu vermeiden war.

6. Lästern und Beleidigungen sind Gift.

Wer hat schon einmal gehört, dass bei jedem Streit ein Teil der Gefühle für einen Menschen absterben? Jede Beleidigung, jede verletzende Aussage kann einen Mensch nachhaltig beeinträchtigen und Schwächen.

7. Es ist schwer auf sich selbst zu hören, aber sehr schön.

Nicht immer weiß man direkt, was man mit dem eigenen Leben bezwecken will und wie man die eigene Zeit verbringen möchte, aber wenn man es dann herausfindet, kann es umso wertvoller sein.

8. Alles braucht Zeit.

Wie schön wäre es, wenn sich alle Probleme lösen würden? Wenn jeder Streit beendet, jede Freundschaft gemacht, alles Geld verdient wäre? Wäre das nicht beruhigend? So läuft das leider nicht und das warten erfordert Geduld.

9. Träume sind wichtig.

WEnn man schon alles besitzen würde wäre das unglaublich langweilig. Wenn man kein Ziel hätte wäre man schon fast tot. Also ist es doch irgendwie gut, noch nicht alles zu haben.

10. Freundschaft.

Freunde sind wichtig. Aber achte eher auf Qualität statt Quantität.

11. Gefühle sind nicht da um unterdrückt zu werden.

Jeder kennt Hass, Wut und Trauer. Jeder muss da durch – irgendwie. Es ist für jeden gleich schwer und es macht uns zu dem, der wir sind.

12. Bringe deine Mitmenschen dazu sich so zu fühlen, wie du dich fühlen möchtest.

13. Wenn es schwer ist, werde stärker.

Meckern bringt dich nicht weiter also arbeite an dir selbst.

14. Niemand anders kann dich zu dem Menschen machen, der du sein willst.

Nur du hast die Möglichkeit, der zu werden, der du werden willst. Sei wer du sein willst, ohne jemand Anderem die Entscheidung zu überlassen.

15. Verbringe so viel Zeit wie du kannst mit den Menschen, die du liebst!

Niemand wird ewig in deinem Leben bleiben also nutze die Zeit.

16. Bauchgefühl.

Wichtiger als Verstand, bedeutender als ein Ruf, wertvoller als Geld.

17. Das Leben ist nicht fair.

Niemals wird jeder die selben Chancen haben. Aber jeder hat die Chance sein Leben in einem bestimmten Rahmen zu verbessern.

18. Eine Laune ist nicht das Ende.

Nur weil man sich gerade schlecht fühlt, wird man sich nicht für immer schlecht fühlen. Es wird besser. 

19. Du hast kein Recht über Andere zu bestimmen.

Keine depressive Stimmung gibt dir das Recht andere Menschen dazu zu bringen, sich schlecht oder wertlos zu fühlen. Lasse deine Gefühle nicht an anderen Menschen aus. Nichts wirst du mehr bereuen.

20. Sei die beste Version deiner selbst.

Sei so positiv wie du sein kannst, so freundlich, aktiv, hilfsbereit und stark wie es für dich im Moment möglich ist. Arbeite jeden Tag ein bisschen an dir selbst.